17. March 2026 – 19:30 – 23:00
„A Foreign Affair“ (1948) ist eine romantische Komödie des österreichisch-jüdischen Regisseurs Billy Wilder, die im Nachkriegs-Berlin spielt. Eine US-Kongressabgeordnete untersucht die Moral der amerikanischen Besatzungstruppen und gerät dabei in ein Liebesdreieck mit einem Offizier und einer deutschen Nachtclubsängerin. Der Film ist ein absoluter Klassiker der Komödie und politischen Satire, der dennoch ein realistisches Bild vom halbzerstörten Berlin der Nachkriegszeit zeigt.
Diskutierende:
Volker Schlöndorff ist ein deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent und vor allem für seine Verfilmungen deutscher und internationaler Literaturklassiker bekannt. 1939 in Wiesbaden geboren, verbrachte Schlöndorff einen Großteil seiner Jugend in Paris, wo er seinen Weg zum Film begann. Er erhielt vielfache Auszeichnungen, so bekam seine aufwändige Günter-Grass-Verfilmung „Die Blechtrommel“ (1979) in Cannes die Goldene Palme und einen Oscar als bester ausländischer Film. Schlöndorffs umfassendes Werk reicht vom Genre- bis zum Dokumentarfilm und setzt sich immer wieder auch mit politischen Themen auseinander. 1992 realisierte Schlöndorff die sechsteilige TV-Dokumentation „Billy, How Did You Do It?“ über den legendären Filmemacher Billy Wilder, mit dem ihn eine Freundschaft verband.
Von Berlin nach Hollywood
Anlässlich des 120. Geburtstags von Billy Wilder (1906–2002) richtet die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum gemeinsam mit der Urania Berlin e. V. und dem Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg im Frühjahr 2026 die Filmreihe „Von Berlin nach Hollywood“ aus. Doch Wilder war nur einer von vielen Jüdinnen und Juden, die zunächst auf Berliner Bühnen und später in der US-amerikanischen Filmindustrie arbeiteten – wie etwa der Schauspieler Alexander Granach, der Regisseur Ernst Lubitsch oder die Drehbuchautorin Vicki Baum. Sie prägten die Berliner Kultur der Weimarer Republik und gestalteten nach ihrer Ankunft in den USA die aufblühende Filmindustrie in Hollywood entscheidend mit. Die Filmreihe rückt diese jüdischen Protagonist:innen ins Zentrum, macht die Kontinuitäten ihres Schaffens zwischen Berlin und Hollywood sichtbar und unterstreicht damit ihren Platz in der Filmgeschichte.
Das Filmprogramm verbindet zentrale Werke des US-amerikanischen Exilkinos mit den vielschichtigen Erfahrungswelten dieser jüdischen Filmschaffenden, deren Biografien und Themen zwischen Berlin, Wien, Warschau, Los Angeles und New York oszillieren. Die Auswahl spiegelt sowohl individuelle Lebenswege als auch kollektive Erfahrungen von Flucht, Exil und kultureller Neuverortung.
Die Vorführungen finden wechselnd in den beteiligten Institutionen statt; die Auftaktveranstaltung am 17. März 2026 wird in der Urania Berlin ausgerichtet.
Auf jede Filmvorführung folgt eine moderierte Diskussion mit Knut Elstermann sowie mit anderen Kulturschaffenden.







