24. March 2026 – 18:00 – 21:30
„Ninotschka“ (1939) ist eine US-amerikanische Komödie des deutsch-jüdischen Regisseurs Ernst Lubitsch, in der Greta Garbo die sowjetische Agentin Ninotschka spielt, die sich in Paris in den Grafen Léon und den kapitalistischen Lebensstil verliebt. Das Drehbuch wurde von Billy Wilder mitgeschrieben. Der aus Galizien stammende Schauspieler Alexander Granach, der seine schauspielerische Karriere im jiddischen Theater des Berliner Scheunenviertels begann, sowie Felix Bressert, ein deutsch-jüdischer Schauspieler aus Ostpreußen, spielen unterstützende Nebenrollen. Der Film wurde in der Sowjetunion für seine Kritik an den dortigen Lebensumständen verboten, während er in den USA und Europa großen Erfolg hatte. In Deutschland wurde er erst 1948 uraufgeführt.
Diskutierende:
Rainer Rother ist ein deutscher Filmhistoriker, Kurator und Publizist, der über viele Jahre die Deutsche Kinemathek in Berlin leitete und sich intensiv mit der Geschichte und Ästhetik des Films auseinandersetzt. Er war zudem in leitenden Funktionen bei der Retrospektive der Berlinale tätig und hat zahlreiche Bücher, Ausstellungskonzepte und Texte zum deutschen und internationalen Kino veröffentlicht und sich besonders für die Bewahrung des (deutschen) Filmerbes engagiert. Hierfür wurde er 2025 mit der Berlinale Kamera geehrt.
Katja Nicodemus ist Journalistin und Filmkritikerin. Sie studierte Literaturwissenschaften in Berlin und Paris, arbeitete bei verschiedenen Radiosendern und fing 1998 als Filmredakteurin bei Tip und taz an. Seit 2002 schreibt sie Filmkritiken im Feuilleton von Die Zeit. Neben ihren Kritiken hat Nicodemos eine Vielzahl internationaler Filmschaffender interviewt und ist auch in Radiokommentaren und -features präsent.
Von Berlin nach Hollywood
Anlässlich des 120. Geburtstags von Billy Wilder (1906–2002) richtet die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum gemeinsam mit der Urania Berlin e. V. und dem Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg im Frühjahr 2026 die Filmreihe „Von Berlin nach Hollywood“ aus. Doch Wilder war nur einer von vielen Jüdinnen und Juden, die zunächst auf Berliner Bühnen und später in der US-amerikanischen Filmindustrie arbeiteten – wie etwa der Schauspieler Alexander Granach, der Regisseur Ernst Lubitsch oder die Drehbuchautorin Vicki Baum. Sie prägten die Berliner Kultur der Weimarer Republik und gestalteten nach ihrer Ankunft in den USA die aufblühende Filmindustrie in Hollywood entscheidend mit. Die Filmreihe rückt diese jüdischen Protagonist:innen ins Zentrum, macht die Kontinuitäten ihres Schaffens zwischen Berlin und Hollywood sichtbar und unterstreicht damit ihren Platz in der Filmgeschichte.
Das Filmprogramm verbindet zentrale Werke des US-amerikanischen Exilkinos mit den vielschichtigen Erfahrungswelten dieser jüdischen Filmschaffenden, deren Biografien und Themen zwischen Berlin, Wien, Warschau, Los Angeles und New York oszillieren. Die Auswahl spiegelt sowohl individuelle Lebenswege als auch kollektive Erfahrungen von Flucht, Exil und kultureller Neuverortung.
Die Vorführungen finden wechselnd in den beteiligten Institutionen statt; die Auftaktveranstaltung am 17. März 2026 wird in der Urania Berlin ausgerichtet.
Auf jede Filmvorführung folgt eine moderierte Diskussion mit Knut Elstermann sowie mit anderen Kulturschaffenden
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