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Von Berlin nach Hollywood
Sein oder Nichtsein (1959) – Urania

14. April 2026 - 19:30 - 23:00

Kostenlos

14. April 2026 19:30 23:00

Die Komödie „To Be or Not to Be“ (1942) des deutsch-jüdischen Regisseurs Ernst Lubitsch handelt von einer polnischen Schauspieltruppe während des Zweiten Weltkriegs, die im besetzten Warschau ihre Schauspielkunst nutzt, um die Nazis zu täuschen und auszutricksen. Neben Hollywood-Größen wie Jack Benny spielte auch Felix Bressert, ein deutsch-jüdischer Schauspieler aus Ostpreußen, eine wichtige unterstützende Rolle. Nach der Veröffentlichung wurde der Film zunächst für seine komisch-satirische, scheinbar geschmacklose Darstellung der ernsten Situation des besetzten Polen kritisiert, entwickelte sich jedoch im Laufe der Zeit zu einem Filmklassiker.

Diskutierende:

Dani Levy ist ein in Berlin lebender Schweizer Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor und gehört zu den erfolgreichsten Filmemachern des deutschsprachigen Kinos. Der 1957 in Basel als Kind jüdischer Eltern geborene Levy hat sich in seinen Filmen wie „Meschugge“ (1998) und „Alles auf Zucker!“ (2004), für den er den Ernst-Lubitsch-Preis erhielt, auf tragikomische Weise mit jüdischem Leben nach der Shoah und mit heutigem Antisemitismus auseinandergesetzt und damit große Wirkungen erzielt. Seine Parodie „Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Hitler“ (2007) stand in der besten Tradition klassischer antifaschistischer Komödien wie „Der große Diktator“ (1940). Für seinen Tatort „Die Musik stirbt zuletzt“ (2018) verwendete er Musik ermordeter jüdischer Komponisten, die er damit wieder in Erinnerung brachte.

Daniel Jonah Wolpert ist Filmhistoriker und hat sich auf den deutschen Film unter alliierter Besatzung (1946–1949) spezialisiert. Darüber hinaus hat er zahlreiche Artikel über den deutschen, tschechischen und sowjetischen Film veröffentlicht. Sein Interesse an dieser Epoche der Filmgeschichte wurde durch eine zufällige Sichtung von „Lang ist der Weg“ (1948) in New York im Rahmen einer persönlichen Recherche geweckt, die den Anstoß zu seinem Dissertationsprojekt gab.

Ort:
Urania Berlin e.V.
An der Urania 17, 10787 Berlin

Von Berlin nach Hollywood

Anlässlich des 120. Geburtstags von Billy Wilder (1906–2002) richtet die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum gemeinsam mit der Urania Berlin e. V. und dem Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg im Frühjahr 2026 die Filmreihe „Von Berlin nach Hollywood“ aus. Doch Wilder war nur einer von vielen Jüdinnen und Juden, die zunächst auf Berliner Bühnen und später in der US-amerikanischen Filmindustrie arbeiteten – wie etwa der Schauspieler Alexander Granach, der Regisseur Ernst Lubitsch oder die Drehbuchautorin Vicki Baum. Sie prägten die Berliner Kultur der Weimarer Republik und gestalteten nach ihrer Ankunft in den USA die aufblühende Filmindustrie in Hollywood entscheidend mit. Die Filmreihe rückt diese jüdischen Protagonist:innen ins Zentrum, macht die Kontinuitäten ihres Schaffens zwischen Berlin und Hollywood sichtbar und unterstreicht damit ihren Platz in der Filmgeschichte.

Das Filmprogramm verbindet zentrale Werke des US-amerikanischen Exilkinos mit den vielschichtigen Erfahrungswelten dieser jüdischen Filmschaffenden, deren Biografien und Themen zwischen Berlin, Wien, Warschau, Los Angeles und New York oszillieren. Die Auswahl spiegelt sowohl individuelle Lebenswege als auch kollektive Erfahrungen von Flucht, Exil und kultureller Neuverortung.

Die Vorführungen finden wechselnd in den beteiligten Institutionen statt; die Auftaktveranstaltung am 17. März 2026 wird in der Urania Berlin ausgerichtet.

Auf jede Filmvorführung folgt eine moderierte Diskussion mit Knut Elstermann sowie mit anderen Kulturschaffenden

Kostenlos
24. March 2026 - 18:00 - 21:30
8. March 2026 - 10:30 - 14:30
Keine weiteren Veranstaltungen