Anlässlich des 80. Jahrestages des Kriegsendes in Europa präsentiert die Stiftung Neue Synagoge Berlin–Centrum Judaicum mit der Urania Berlin
e.V. und dem Jüdischen Filmfestival Berlin | Brandenburg eine besondere Filmreihe. Zwischen März und Mai 2025 werden Filme über jüdische
Erfahrungen nach der Shoah gezeigt, begleitet von Podiumsdiskussionen mit Expert:innen aus den Bereichen Film, Geschichte und Kultur, moderiert von Knut Elstermann.

Während sogenannte „Trümmerfilme“ auf das Leid der Zivilbevölkerung fokussierten, blieben jüdische Perspektiven in der unmittelbaren Zeit nach dem Krieg oft unerwähnt oder nur angedeutet. Einige Geschichten fehlen bis heute. Uns ist es ein Anliegen, dem entgegenzuwirken.

Die Filmreihe ist Teil der stadtweiten Themenwoche 80 Jahre Kriegsende auf Initiative und gefördert vom Land Berlin, realisiert von Kulturprojekte Berlin mit zahlreichen Partner:innen.

Programmflyer Filmreihe Jüdisches 1945

Filmvorführungen und Diskussionen

März

18. März |19.30 Uhr – URANIA / Eintritt frei

Die Mörder sind unter uns (1946):
Der erste deutsche Nachkriegsfilm erzählt die Geschichte eines desillusionierten Arztes, der nach dem Zweiten Weltkrieg in einer verlassenen Wohnung in Berlin lebt. 

Als eine Frau aus dem Konzentrationslager zurückkehrt und ihm mitteilt, dass sie wieder in ihre alte Wohnung einziehen möchte, kommt es zunächst zum Konflikt, dann zur Versöhnung und schließlich zu einer unwahrscheinlichen Liebe.

Als er erfährt, dass sein ehemaliger Offizier für Kriegsverbrechen verantwortlich ist und nun ein normales Leben führt, wird er von
Rachegedanken geplagt.

Knut Elstermann im Gespräch mit Lisa Schoß und Philip Zengel

25. März |18.00 Uhr – Neue Synagoge Berlin / Eintrit frei

Der Ruf (1949):
Ein jüdischer Professor kehrt nach dem Krieg in sein Heimatland zurück. Dort trifft er auf Misstrauen und Ablehnung, da seine Kollegen und die Öffentlichkeit die nationalsozialistischen Auffassungen nicht abgelegt haben. 

Der Film hinterfragt den Umgang der Deutschen mit ihrer
Vergangenheit und die tiefeingesessenen Überbleibsel der NS-Ideologie.

Knut Elstermann im Gespräch mit Shelly Kupferberg und Jonathan Guggenberger

April

08. April |19.30 Uhr – Urania / Eintritt frei

Phoenix (2014):
Dieser Film erzählt die Geschichte einer Frau, die während des Holocausts eine Erschießung überlebt und sich infolgedessen einer Gesichtsoperation unterziehen muss. Auf der Suche nach ihrem Mann kehrt sie nach Berlin zurück, wird von diesem jedoch nicht erkannt. Sie begibt sich auf eine schmerzhafte Suche nach
Identität und Wahrheit.

Knut Elstermann im Gespräch  mit Marion Brasch und Lana Lux

29. April |18.00 Uhr – Neue Synagoge Berlin / Eintritt frei

Lang ist der Weg (1948):
Als einer der ersten deutschen Spielfilme, der das Schicksal der
jüdischen Verfolgten thematisiert, zeigt der Film die Reise
eines Juden aus Polen, der den Holocaust überlebt hat und
nach seiner Mutter sucht. Er und andere Displaced Persons (DPs)
kämpfen um ein neues Leben und hoffen auf eine Zukunft im Staat Israel, der zur Zeit des Filmdrehs noch nicht existierte.

Knut Elstermann im Gespräch mit Rachel Salamander und Daniel Jonah Wolpert

Mai

05. Mai |19.30 Uhr – Urania / Eintritt frei

Die Gezeichneten (1948):
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Junge Karel, der im KZ Auschwitz von seiner Mutter  getrennt wurde und nach Kriegsende umherirrt. Ein US-Soldat, Steve, nimmt ihn auf und versucht, seine Herkunft zu klären. Während Steve Karel adoptieren möchte, sucht seine Mutter verzweifelt nach ihm

Knut Elstermann im Gespräch  mit Adriana Altaras und Imme Klages

08. Mai | 11.00 Uhr – JFBB | FILMKUNST 66 / Tickets erhältlich bei JFBB

Doppelfeature
The Illegals (1947)
Dieses Dokudrama erschien 1948 in jiddischer Sprache und erzählt von Mika und Sara, die ein nicht näher bezeichnetes Konzentrationslager überlebten und geheiratet haben. Die beiden klettern mit einer Kamera in der Hand durch die Ruinen des Warschauer Ghettos und fotografieren sich. Sie träumen von einer Zukunft in Israel, doch ohne die nötigen Papiere müssen sie auf illegalem Weg versuchen, ihren Traum zu verwirklichen.

Reminiszenzen aus Deutschland (1971/1993, bearbeitet 2012)
Dieser Kurzfilm ist eine nicht-chronologische Darstellung des Filmemachers Jonas Mekas über seine Zeit in Zwangsarbeits- und DP-Lagern zwischen 1944 und 1949.

Knut Elstermann im Gespräch mit Lea Wohl von Haselberg

Moderation

Knut Elstermann,
Filmjournalist und Moderator. Veröffentlichungen und Features für Fernsehen und Hörfunk,
u.a. zur DEFA-Geschichte und zum israelischen sowie russischen Kino.

Unsere Diskussionspartner:innen

Dr. Lisa Schoß,
Literatur- und Kulturwissenschaftlerin.
2023 Publikation über die Darstellung jüdischer
Erfahrung im DDR-Film.

Philip Zengel,
Kommunikationswissenschaftler.
Leitet seit 2020 den Bereich Öffentlichkeitsarbeit
der DEFA-Stiftung.

Shelly Kupferberg,
in Tel-Aviv geboren, wuchs in West-Berlin auf.
Journalistin und Moderatorin im Bereich Kultur,
Literatur, Film und Gesellschaft. 
2022 erschien ihr literarisches Debüt „Isidor“.

Jonathan Guggenberger,
Kulturjournalist und Autor.
Veröffentlichungen u.a. zum jüdischen Filmexil und
der Rolle von Remigranten im BRD-Kino.
2024 erschien sein Debütroman „Opferkunst“.

Marion Brasch,
Schriftstellerin und Journalistin.
Legte 2012 mit „Ab jetzt ist Ruhe“
ihr literarisches Debüt vor.
Es folgten weitere Romane und Theaterarbeiten.

Lana Lux,
geb. in Dnipropetrowsk/Ukraine,
Schauspielerin und Autorin.
Ihre bisherigen Romane sind „Kukolka“ (2017),
 „Jägerin und Sammlerin“ (2020) und
„Geordnete Verhältnisse“ (2024).

Dr. Rachel Salamander,
geb. im DP-Lager Deggendorf,
Literaturwissenschaftlerin.
Gründete 1982 in München die
erste Fachbuchhandlung für
Literatur zum Judentum.
Publizierte u.a. zu Displaced Persons.

Dr. Daniel Jonah Wolpert,
Filmhistoriker, spezialisiert auf den
deutschen Film unter alliierter Besatzung.
Veröffentlichungen u.a. zu deutscher,
tschechischer und sowjetischer Filmgeschichte.

Adriana Altaras,
geb. in Zagreb.
Dozentin, Interviewerin für die Shoah Foundation,
Schauspielerin, Regisseurin, Autorin.

Dr. Imme Klages,
Filmhistorikerin mit dem  Schwerpunkt
deutsches Filmexil 1933–1945.
2018 Dissertation zu den Filmen Fred Zinnemanns,
dem Regisseur von „Die Gezeichneten“.

Dr. Lea Wohl von Haselberg,
Film- und Medienwissenschaftlerin.
Forschungsschwerpunkte: Repräsentation
jüdischer Themen in Diskursen der BRD,
jüdische Filmgeschichte.

Anmeldung: info@centrumjudaicum.de

Veranstaltungsorte:

Urania Berlin e.V.
An der Urania 17, 10787 Berlin

Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum,
Oranienburger Straße 28-30, 10117 Berlin

Jüdisches Filmfestival Berlin |  Brandenburg,
filmkunst 66, Bleibtreustraße 12, 10623 Berlin

Eine Veranstaltung In Kooperation mit 

Bannerlogo der Logo der Stiftung Neue Synagoge - Centrum Judaicum: Titel in roter Schrift, hebräisch und deutsch (links-mitte unten). Rechts ist eine rote Grafik der drei Kuppeln der Synagoge.
Schwarze Buchstaben auf weißen Hintergrund. J J Davidstern BB

Gefördert durch

Rote Schrift BERLIN auf weißem Hintergrund in der linke oberen Spalte, schwarzer Bär rechte obere Hälfte auf weißem Hintergrund. Beschriftung Senatsverwaltung fr Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt auf weißem Hintergrund platziert untere Hälfte des Bildes
Logo der Jüdischen Gemeinde zu Berlin: Quadratische Grafik mit weißem Hintergrund. Unten steht der Titel in lateinischen schwarzen Großbuchstaben, darüber auf der linken Seite steht in kleinerer weißer Schrift der Titel in hebräischen Buchstaben in einem rechteckigen hellblauen Kasten. Rechts in der oberen Hälfte befindet sich eine Grafik einer Menora (weiß) und eine angedeutete Kuppel einer Synagoge (hellblau) in einem schwarzen Quadrat.
Rechteckiges Logo von Kultruprojekte Berlin auf weißem Hintergrund. Rechts steht der Name in schwarzen Großbuchstaben, linksbündig und auf drei Zeilen verteilt. Links ist ein schwarzes Quadrat mit einer kleinen quadratischen Ausspahrung in der Mitte.
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Aktuelle Veranstaltungen

30. März 2025 - 14:00 - 18:00

Kostenlos

Das Institut für Neue Soziale Plastik präsentiert: RELIGION: DISSIDENT

25. März 2025 - 18:00 - 21:00

Kostenlos

Filmreihe Jüdisches
1945 Der Ruf (1949)

18. März 2025 - 19:30 - 23:00

Kostenlos

Filmreihe Jüdisches 1945
Die Mörder sind unter uns (1946)

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