Bildung & Vermittlung
neue synagoge berlin

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Bildung & Vermittlung

Wir bieten eine Vielfalt von Führungen und Workshops in unserer Dauerausstellung „Tuet auf die Pforten“ sowie Stadtspaziergänge an. Wir freuen uns auf alle Gruppen: Erwachsene und Kitagruppen, Schüler*innen, Studierende und berufsspezifische Gruppen, wie Polizist*innen, Angehörige der öffentlichen Verwaltung und der Bundeswehr.

Gebucht werden können auch Fortbildungen für Multiplikator*innen, wie Lehrer*innen oder Sozialarbeiter*innen, zu jüdischer Religion und zur Verfolgung im Nationalsozialismus.

Als außerschulischer Lernort berücksichtigen wir die Klassenstufen und Themenschwerpunkte der Rahmenpläne, erarbeiten aber auch gerne mit Ihnen passgenaue Angebote für Workshops, Projekttage oder Exkursionen. Alle Angebote beziehen den Ort, seine Geschichte und Lage mit ein.

Das Bildungsangebot der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum wird ermöglicht durch die großzügige und freundliche Unterstützung der Szloma-Albam-Stiftung und der Robert Bosch Stiftung. Vielen Dank!

Führungen

„Woher kann der Pope Hebräisch?“, lässt Sammy Gronemann in seinem 1920 erstmals veröffentlichten Roman „Tohuwabohu“ Jossel Schlenker aus Borytschew während eines Besuchs in der Neuen Synagoge in der Spandauer Vorstadt fragen. Jossels Erstaunen und einer Antwort auf der Spur, werden wir uns in dieser Überblicksführung gemeinsam einen Weg durch viele Geschichten bahnen, die sich in der Oranienburger Straße zugetragen haben und die von geöffneten Pforten und Ruinen, von Hochzeiten und mutigen Polizisten, Propheten und Rabbinerinnen, von Hoffnung und Zerstörung handeln. Immer geht es dabei um Ambivalenzen, Perspektivwechsel, Selbst- und Fremdbestimmung.
Zum Überblick gehört im Sommer auch die Aussicht von der goldenen Kuppel über Berlins Mitte.
Wir freuen uns auf alle Liebhaber*innen von Ordnung und Chaos.

Besonders geeignet für: Mittelstufe, Oberstufe, Studierende, Erwachsene, internationale Gruppen in verschiedenen Sprachen

Dauer: 60 oder 90 Minuten

Ganz unterschiedliche Aspekte, die jüdisches Leben in Berlin während des Nationalsozialismus bestimmten, werden in der Neuen Synagoge und in der Dauerausstellung deutlich. Gemeindeaktivitäten nach 1933 erzählen von Selbstbehauptung und Widerstand, jüdische Berliner*innen wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, und emigrierten; andere wurden verhaftet, deportiert und ermordet. Im Oktober 1942 wurden hier über 500 Mitarbeiter der Gemeinde von der Gestapo zur Deportation nach Theresienstadt bestimmt. Das Gebäude selbst wurde im November 1938 noch durch das Eingreifen mutiger Polizisten vor der Zerstörung bewahrt, aber später ebenso wie das im Haus untergebrachte Gemeindearchiv von den Nationalsozialisten für ihre Zwecke genutzt. Der Ner Tamid der ehemaligen Synagoge (das Ewige Licht, das in jeder Synagoge göttliche Präsenz symbolisiert) zeugt in der heutigen Ausstellung von Zerstörung und Überdauern.

Die Führung richtet sich v.a. an Schüler*innen ab der 9. Klasse und Erwachsene.

Dauer: 60 oder 90 Minuten

Die Neue Synagoge Berlin in der Oranienburger Straße wurde 1866 eröffnet und war damals einer der berühmtesten jüdischen Sakralbauten in Deutschland. Neu für eine Synagoge waren z. B. die Orgel, der aus Männern und Frauen bestehende Chor, ein Gebetbuch auch auf Deutsch und in den 1930er Jahren die weltweit erste Rabbinerin. Heute wird ein Raum des noch erhaltenen Gebäudeteils als Synagoge genutzt, und auch die dort beheimatete Beterschaft bringt in vielen Bereichen Neuerungen in die Traditionen ein. Wir erforschen sowohl die aktuell genutzte Synagoge als auch die Dauerausstellung und beschäftigen uns dabei mit den Fragen von Tradition und Moderne. Wir klären, was eine Mesusa ist, welche Texte in der Tora zu finden sind, wie man wohltätig sein kann und ob Haifischflossensuppe koscher ist.
Herzlich eingeladen sind alle Neugierigen von 5 bis 120.

Besonders geeignet für: Grundschule, Mittelstufe, Oberstufe, Studierende, Erwachsene, internationale Gruppen in verschiedenen Sprachen

Dauer: 60 oder 90 Minuten

Dieser Rundgang richtet sich v. a. an diejenigen, die sich in 90 Minuten vertieft sowohl mit den historischen als auch mit den religiösen Besonderheiten des jüdischen Lebens unter der goldenen Kuppel in der Oranienburger Straße beschäftigen möchten. Es werden sowohl der aktuell genutzte Gebetsraum im Gebäude der historischen Synagoge wie auch die Dauerausstellung „Tuet auf die Pforten“ besucht. Thematisiert wird die Geschichte des Gebäudes seit 1866, während des Nationalsozialismus, in der DDR und nach 1988, die jeweils auch die Situation der jüdischen Gemeinschaft widerspiegelt. Die Neue Synagoge und die benachbarte Hochschule für die Wissenschaft des Judentums waren Zentren des liberalen Judentums am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, der Komponist Louis Lewandowski, der Rabbiner und Religionsphilosoph Abraham Joshua Heschel und der Historiker Herbert A. Strauss wirkten hier. Vorgestellt werden auch die Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde im unmittelbaren Umfeld, wie z. B. das erste Jüdische Museum Berlins und das Gesamtarchiv der deutschen Juden und ihr Missbrauch im Nationalsozialismus. Aber auch über deutsche Erinnerungspolitik, Restitution und neu entstehendes jüdisches Leben in Berlin heute und seine Besonderheiten nach der Shoa kann diskutiert werden.

Besonders geeignet für: Oberstufe, Studierende, Erwachsene, internationale Gruppen in verschiedenen Sprachen

Dauer: 90 Minuten

Wenn Sie mit Ihrer Kitagruppe Tora, Kippa und Davidstern entdecken und unser Haus besuchen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf. Wir bieten ca. 30-minütige Erkundungen der Synagoge und einiger Ausstellungsstücke an.

Dauer: ca. 30-45 Minuten

Wir bieten eine Überblickstour durch das Haus und die Dauerausstellung mit flexiblen Schwerpunktthemen im Online-Format an. Je nach Wunsch dauert sie 60-120 Minuten.

Besonders geeignet für: Grundschule, Mittelstufe, Oberstufe, Studierende, Erwachsene

Dauer: 60 / 90 / 120 Minuten

Rundgänge | Stadtspaziergänge

Die soziale Unruhe am Vorabend der Märzrevolution von 1848 macht auch vor den preußischen Jüd:innen nicht halt. Nur ein Viertel von ihnen hatte bis zu diesem Zeitpunkt die Staatsbürgerschaft erhalten, in den meisten Universitätsfächern durften sie keine Professuren erhalten, aus den meisten Staatsämtern waren sie ausgeschlossen und obwohl sie als einfache Soldaten in der Armee kämpfen und sterben durften, blieb ihnen die Beförderung zu Offizier verwehrt.

Kein Wunder also, dass die demokratischen Ideen der Märzrevolution unter den preußischen Jüd:innen auf fruchtbaren Boden fielen: Moritz Steinschneider, einer der wichtigsten Bibliografen und Orientalisten seiner Zeit, kämpfte selbst auf den Barrikaden. Rabbiner Michael Sachs hielt zusammen mit katholischen und evangelischen Geistlichen eine Trauerrede für die Märzgefallenen auf dem Gendarmenmarkt am 22.03.1848. Der Druckergeselle Julius Brill wurde als einer der wenigen Juden und Arbeiter in die preußischen Nationalversammlung gewählt, bevor er schließlich ins Exil gehen musste.

Zur Märzrevolution erinnern wir an die jüdischen Revolutionär:innen von 1848.

Zum Gedenken der Märzrevolution bietet die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum thematische Führungen durch Berlin Mitte zu Jüdinnen und Juden im „Deutschen März” an.

Zusätzlich zu allen Führungsformaten oder auch einzeln kann ein Spaziergang durch die Umgebung der Neuen Synagoge gebucht werden. Die Spandauer Vorstadt war ein Zentrum jüdischen Lebens in Berlin – und heute kehren jüdische Einrichtungen und Organisationen hierher zurück. Die Rundgänge werden inhaltlich den thematischen Führungsschwerpunkten angepasst und können an der ehemaligen jüdischen Mädchenschule, dem ehemaligen Kinderheim „Ahawa“, der Synagogengemeinde „Adass Jisroel“, dem Leo-Baeck-Haus und dem alten jüdischen Friedhof an der Großen Hamburger Straße entlangführen. Gedenktafeln und Stolpersteine erzählen die Geschichten von Regina Jonas, der ersten Rabbinerin weltweit, von Cioma Schönhaus, der im Nationalsozialismus für Verfolgte Pässe fälschte und in die Schweiz flüchtete, und von Philipp Kozower, der dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlins angehörte und 1943 mit seiner Frau und drei Kindern nach Theresienstadt deportiert und später in Auschwitz ermordet wurde.

Besonders geeignet für: Mittelstufe, Oberstufe, Studierende, Erwachsene, internationale Gruppen in verschiedenen Sprachen

Dauer: 60 Minuten

Zusätzlich zu allen Führungsformaten oder auch einzeln kann ein Spaziergang durch die Umgebung der Neuen Synagoge gebucht werden. Die Spandauer Vorstadt war ein Zentrum jüdischen Lebens in Berlin – und heute kehren jüdische Einrichtungen und Organisationen hierher zurück. Die Rundgänge werden inhaltlich den thematischen Führungsschwerpunkten angepasst und können an der ehemaligen jüdischen Mädchenschule, dem ehemaligen Kinderheim „Ahawa“, der Synagogengemeinde „Adass Jisroel“, dem Leo-Baeck-Haus und dem alten jüdischen Friedhof an der Großen Hamburger Straße entlangführen. Gedenktafeln und Stolpersteine erzählen die Geschichten von Regina Jonas, der ersten Rabbinerin weltweit, von Cioma Schönhaus, der im Nationalsozialismus für Verfolgte Pässe fälschte und in die Schweiz flüchtete, und von Philipp Kozower, der dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlins angehörte und 1943 mit seiner Frau und drei Kindern nach Theresienstadt deportiert und später in Auschwitz ermordet wurde.

Besonders geeignet für: Mittelstufe, Oberstufe, Studierende, Erwachsene, internationale Gruppen in verschiedenen Sprachen

Dauer: 60 Minuten

Kreative Workshops

Eine Synagoge, Beit Knesset auf Hebräisch, meint „ein Haus der Versammlung“. Am Ort und am Beispiel der historischen und der aktuellen Synagoge in der Oranienburger Straße werden wichtige Elemente wie Torarollen, Aron ha-kodesch sowie Bima vorgestellt. Vergleiche mit Häusern des Gebets anderer Religionen, v. a. Moscheen und Kirchen, bieten sich an. Nach einer Entdeckungstour durch das Museum und die heute genutzte Synagoge vollziehen die Teilnehmer*innen den Entstehungsprozess schöpferisch nach, indem sie auf kleinen Styroporplatten 3D-Collagen von Synagogen basteln.

Dauer: ca. 2 – 3 Stunden

In der jüdischen Mystik gibt es die Vorstellung, dass die Welt mit Hilfe der 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets geschaffen wurde. Die Teilnehmer*innen tauchen in die Welt des Hebräischen ein und begeben sich zunächst im Haus auf die Suche nach hebräischen Buchstaben. Anschließend können sie mit fachkundiger Unterstützung Baumwolltaschen oder -rucksäcke mit Hilfe von Buchstabenstempeln bedrucken, Karten mit Glückwünschen auf Hebräisch oder den eigenen Namen in hebräischer Übersetzung oder in hebräischen Buchstaben stempeln oder schreiben.

Dauer: ca. 2 – 3 Stunden

Seminare

Die Seminare beginnen jeweils mit einem thematisch fokussierten Rundgang durch die Ausstellung und das Gebäude.
Dauer und Umfang können nach Absprache variiert und angepasst werden.

Dieses fünf- bis sechsstündige Seminar bietet Schüler*innen und jungen Erwachsenen Archivmaterialien, Fotos und Videos an, mit denen sie selbst die Geschichten jüdischer Menschen und Organisationen in der Spandauer Vorstadt und Scheunenviertel in der Zwischenkriegszeit entdecken können. In diesen zwei Stadtteilen bündelten sich wie in einem Brennglas sowohl Errungenschaften, Ambivalenzen und Probleme der Weimarer Republik als auch Aktionen und Maßnahmen der Nationalsozialisten zur Übernahme des Stadtraums. Im Laufe des Seminars bearbeiten Teilnehmende Quellenmate-rialien mit Begleitung unseres Muse-umspädagogen und erfahrener Guides und entwerfen eine Laufroute für eine Spurensuche. Sie tragen sich dann ihre Forschungsergebnisse an den ehemaligen Standorten oder Wirkungsorten ihrer jeweiligen Forschungsobjekte gegenseitig vor.

Diese Erfahrung bietet Teilnehmenden einen neuen Blick auf Berlin und dient als Vorbild dafür, wie man lokalhistorischer Forschung zur jüdischen Geschichte in anderen Teilen Berlins und Deutschlands nachgehen kann.

Dauer: 4 – 6 Stunden

Teilnehmerzahl: 30 Personen

Dieses ca. dreistündige Seminar erforscht die Lebenswelten junger jüdischer Erwachsener in Deutschland heute. Video-Interviews und begleitende Texte thematisieren Vorstellungen von Heimat, Identität und Religion sowie Migrationserfahrungen.

Wir bieten vier- bis sechsstündige Seminartage zu verschiedenen Aspekten der jüdischen Religion und zu Orten jüdischen Lebens in Berlin-Mitte an. Die Teilnehmer*innen befassen sich mit Schabbat und Kaschrut, Tora und Bar Mizwa, mit Begräbnisritualen und den jeweils nächstliegenden Feiertagen im Jahreszyklus. Der Seminartag schließt den Besuch der Dauerausstellung und der aktuellen Synagoge sowie einen Erkundungsgang durch die Umgebung der Neuen Synagoge mit ein. Das Format ist in unterschiedlichen Komplexitätsgraden und Sprachniveaus buchbar.

Dauer: 4 – 6 Stunden

Wir bieten Online-Seminartage zu verschiedenen Aspekten der jüdischen Religion und zu Orten jüdischen Lebens in Berlin-Mitte an. Die Teilnehmer*innen beschäftigen sich mit Schabbat und Kaschrut, mit Begräbnisritualen, mit Tora und Bar Mizwa, aber auch mit den jeweils nächstliegenden Feiertagen im Jahreszyklus.

Für genauere Absprachen nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf:

bildung@centrumjudaicum.de



Da all diese Angebote an die Bedürfnisse und Erwartungen der jeweiligen Gruppe angepasst werden können,
nehmen Sie bitte für Absprachen und Buchungen persönlich Kontakt zu uns auf:

Besucherdienst & Führungen

Henry Lucke
info@centrumjudaicum.de
030 / 880 28 307

Bildung & Vermittlung

Jess Earle
bildung@centrumjudaicum.de
030 / 880 28 317

Besucherinformationen

Adresse und Anfahrt
Oranienburger Straße 28–30, 10117 Berlin
S-Bahn 1,2,25Oranienburger Str.
S-Bahn 5, 7, 9, 75Hackescher Markt
 
U-Bahn 6Oranienburger Tor
U-Bahn 8Weinmeisterstr.
 
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Besucheranfragen / Führungen
030/88028316 / info@centrumjudaicum.de
Öffnungszeiten Museum
Sommer:
Montags-Freitagsvon 10-18 Uhr
Sonntagsvon 10-19 Uhr
Samstagsgeschlossen

Winter:
Sonntags-Donnerstagsvon 10-18 Uhr
Freitagsvon 10-15 Uhr
Samstagsgeschlossen

Letzter Einlass: 30 Minuten vor Schließung
Die Kuppel ist aktuell geschlossen.
Eintrittspreise
Regulär7,00€
Ermäßigt*4,50€
Familienticket**20,00€

*Ermäßigungen gelten für Schulklassen und Gruppen in der Ausbildung, Schwerbehinderte ggf. einschließlich Begleitperson, Arbeitslose, Grundsicherungsempfänger*innen, Wehr- und Ersatzdienstleistende sowie Berlinpass-Inhaber*innen.

** 2 Erwachsene + max 3 Kinder (bis 16 Jahre)

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