Ab dem 12. Juni 2026
Sommer Sammelsurium
Wir ziehen uns um
Die Stiftung Neue Synagoge versteht sich gleichermaßen als Erinnerungs- und Begegnungsort. Das Haus verbindet dabei jüdische Geschichte mit jüdischer Gegenwart und eröffnet Räume für Austausch, Reflexion und unterschiedliche Perspektiven.
So nutzen wir in diesem Sommer einen ansonsten mit Ausstellungen gefüllten Raum und erproben Neues. Digitale Elemente machen vergangene Orte und Geschichten neu erfahrbar und zeigen dabei, was neue Formen des Erinnerns sein könnten. Und originale Bruchstücke des ehemaligen Gebetssaals sowie Filmmaterial und Objekte aus unserer Sammlung, die sonst verborgen bleiben, dienen als haptische Spuren der Vergangenheit und lassen uns diese neu befragen.
Zugleich richten wir den Blick nach vorn und fragen uns und Sie: Welche Erinnerungen sollen bleiben, welche Lücken gefüllt werden?
Wie weiter in einer Welt, die stets Umbrüche erlebt und wenig Raum für das Innehalten bietet?
Frauenvestibül
Wo heute eine Leerstelle im Hof klafft, stand einst der größte jüdische Gebetssaal Deutschlands. Vor seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg fanden hier bis zu 3.200 Menschen Platz. Eine digitale Rekonstruktion macht den verlorenen Raum heute wieder erfahrbar. Nicht als Ersatz, sondern als Annäherung an das, was war.
1866 eingeweiht, war die Neue Synagoge von Beginn an mehr als ein Gotteshaus: Sie war Zentrum jüdischen Lebens, architektonisches Wahrzeichen und sichtbarer Ausdruck jüdischen Selbstbewusstseins. Heute ist sie wieder ein lebendiger Ort jüdischer Gegenwart im Herzen Berlins.
Nun steht ein weiteres Kapitel bevor. In den kommenden Jahren wird das Haus grundlegend modernisiert. Es entstehen neue Räume, neue Formate, neue Möglichkeiten der Begegnung. Was Sie hier sehen, ist ein erster Einblick in diesen Aufbruch – und ein Experiment: Was können digitale Mittel leisten, wenn es darum geht, Verlorenes erfahrbar zu machen?


